Wissenschaft

Rotlicht vs. nahes Infrarot: Was jedes für Kollagen bewirkt

Sie werden meist im Paar verkauft, aber rotes und nahes Infrarotlicht sind nicht austauschbar. Hier ist, was sie unterscheidet — und warum die meisten glaubwürdigen Masken beide enthalten.

Rot und nahes Infrarot sind die beiden Wellenlängenbänder mit der stärksten Evidenz in der LED-Hautpflege, und die meisten glaubwürdigen Masken enthalten beide. Sie sind nicht dasselbe, und das Verständnis des Unterschieds hilft Ihnen, ein Datenblatt richtig zu lesen.

#Rotes Licht: 630–660 nm

Sichtbares rotes Licht in diesem Band ist die am besten untersuchte Wellenlänge für die Hautverjüngung — die Split-Face-Studie von Lee et al. (2007) und die breiter angelegten Phototherapie-Reviews (Barolet, 2008; Avci et al., 2013) bauen größtenteils auf diesem Band auf. Es dringt in die Epidermis und obere Dermis ein, wo es vermutlich die Fibroblastenaktivität und die Kollagenproduktion unterstützt, und hat die längste Erfolgsbilanz unter den in Verbrauchergeräten verkauften Wellenlängen.

#Nahes Infrarot: 830–850 nm

Nahes Infrarotlicht liegt knapp jenseits des sichtbaren Lichts und dringt tiefer ein als Rot — eine Eigenschaft, die es attraktiv macht, um Fibroblasten direkter zu erreichen und, in der Literatur zu Haarausfall, um Haarfollikel unterhalb der Kopfhautoberfläche zu erreichen. Die Evidenz speziell für nahes Infrarot ist real, aber in der Regel dünner und geräteabhängiger als für rotes Licht, teils weil weniger unabhängige (nicht vom Hersteller finanzierte) Studien es vollständig isoliert von rotem Licht untersuchen — die meisten Studien testen beide kombiniert.

#Warum die Kombination sinnvoll ist

Da die beiden Bänder in unterschiedlichen Tiefen wirken, ist ihre gemeinsame Nutzung eine vertretbare Designentscheidung und nicht nur eine Marketing-Verzierung — vorausgesetzt, beide werden sinnvoll dosiert, statt dass eine davon nur symbolisch enthalten ist. Das SpectraLift Advanced von Dr. Renú kombiniert 630–660 nm rot mit 850 nm nahem Infrarot (plus zwei weiteren Wellenlängen mit schwächerer Evidenz) und legt sowohl die Wellenlängen als auch die abgegebene Bestrahlungsstärke offen — die Kombination ist vernünftig; ob die zusätzlichen Wellenlängen echten Mehrwert bringen, ist eine separate, schwerer zu überprüfende Frage.

Häufig gestellte Fragen

Ist nahes Infrarotlicht sichtbar?

Nein — nahes Infrarot liegt knapp jenseits des roten Endes des sichtbaren Spektrums, sodass Geräte, die es nutzen, von diesen speziellen LEDs oft nur ein schwaches oder gar kein sichtbares Leuchten zeigen, selbst während sie aktiv sind.

Brauche ich sowohl Rot als auch nahes Infrarot, oder reicht eines?

Rotes Licht allein hat die fundierteste Evidenzbasis und ist eine vernünftige eigenständige Wahl. Nahes Infrarot versteht man am besten als Ergänzung, nicht als Ersatz.

Quellen

  1. Lee SY, Park KH, Choi JW, et al. (2007). A prospective, randomized, placebo-controlled, double-blind, and split-face clinical study on LED phototherapy for skin rejuvenation. Journal of Photochemistry and Photobiology B, 88(1):51–67. öffnet in neuem Tab
  2. Barolet D (2008). Light-emitting diodes (LEDs) in dermatology. Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery, 27(4):227–238. öffnet in neuem Tab
  3. Avci P, Gupta A, Sadasivam M, et al. (2013). Low-level laser (light) therapy (LLLT) in skin: stimulating, healing, restoring. Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery, 32(1):41–52. öffnet in neuem Tab